Masterarbeit Tobias Burgholz

  Masterarbeit Burgholz Urheberrecht: EBC Aachener Modellraum (AMoR)

Eine wichtige Aufgabe der Raumlüftung ist neben der Aufrechterhaltung guter Luftqualität die Bereitstellung eines thermisch behaglichen Umgebungsklimas. Dieses ist abhängig von der lokalen Temperatur- und Geschwindigkeitsverteilung im Aufenthaltsbereich. Großen Einfluss auf Strömungsfeld und thermische Behaglichkeit nimmt die Art der Lufteinbringung in den Raum.

In dieser experimentellen Arbeit werden eine Prüfstandsoftware für den Aachener Modellraum (AMoR) entwickelt und die Grenzen der Anwendbarkeit bezüglich thermischer Last und spezifischem Volumenstrom von Quellluftströmungen zur Bereitstellung eines thermisch behaglichen Raumklimas untersucht. Dabei werden Versuche zu 17 verschiedene Kombinationen aus Kühllast, Volumenstrom und Zulufttemperatur durchgeführt und dem sich einstellenden Klima, sofern möglich, eine der drei in DIN EN ISO 7730 vorgestellten Umgebungskategorien zugeteilt. Die Kategorisierung erfolgt auf Basis der Zugluftrate und den Prozentsätzen an Unzufriedenen durch vertikale Lufttemepraturunterschiede sowie zu warme oder kalte Fußböden.

Die Ergebnisse zeigen, dass in Abhängigkeit des Volumenstroms große Zugluftraten insbesondere bei kleinen vertikalen Temperaturgradienten auftreten. Dabei besteht wegen der bodennahen Lufteinbringung das größte Zugluftrisiko auf Knöchelhöhe. Die vertikalen Lufttemperaturunterschiede zwischen Kopf- und Fußbereich stehender Personen liegen zwischen 2 und 8,3 K. Dagegen ist eine eindeutige Einflussnahme von Kühllast oder Volumenstrom auf die Fußbodentemperatur nicht festzustellen. Insgesamt genügt sowohl wegen zu hoher Zugluftraten als auch zu hoher vertikaler Temperaturgradienten keine der 17 überprüften Kombinationen den Anforderungen nach DIN EN ISO 7730.