Olfaktorische Bewertung von Emissionen aus Bauprodukten

Aachen / E.ON Energy Research Center, RWTH Aachen University (2013) [Doktorarbeit]

Seite(n): IX, 98 S. : Ill., graph. Darst.

Kurzfassung

Die Luftqualität ist neben der thermischen Behaglichkeit ein bedeutender Faktor, der das Wohlbefinden, die Zufriedenheit und oft auch die Gesundheit der Innenraumnutzer wesentlich mit beeinflusst. Bei der Bestimmung der empfundenen Luftqualität, die sich mit der olfaktorischen Wirkung der geruchsrelevanten Emissionen aus verschiedenen Quellen auf die Innenraumnutzer beschäftigt, ist der Einsatz von Probanden und deren Nasen als ein Messinstrument unerlässlich. In dieser Arbeit werden die Zusammenhänge der olfaktorischen Größen der empfundenen Luftqualität (wie Akzeptanz, Hedonik, empfundene Intensität, Unzumutbarkeit, PD-Wert, Deskriptoren) untersucht, um das Hauptziel - die Entwicklung eines Umrechnungsmodells das aus einer Intensitätsbewertung einer kleineren Probandengruppe unter der Berücksichtigung der Hedonik die Abschätzung der Akzeptanz/des PD-Wertes ermöglicht - zu erreichen. Das Buch befasst sich vorerst mit der Entwicklung der Luftqualitätsbewertung und gibt eine kurze Übersicht der Luftqualitätsrichtlinien und -normen (Kapitel 2). Die für die experimentellen Untersuchungen angewendeten Bewertungsmethoden der empfundenen Luftqualität sowie die Auswertungsverfahren sind im Kapitel 3 erläutert. Im ersten Teil der Experimente mit Probanden (Kapitel 4) stehen die Untersuchungen mit Einzelstoffen (reproduzierbare chemische Referenzsubstanzen) im Mittelpunkt. Zusätzlich werden einige Untersuchungen mit Zweier-Kombinationen durchgeführt. Ein möglicher Einfluss der Änderung der relativen Luftfeuchte auf die Akzeptanz und die empfundene Intensität wird untersucht. Der zweite experimentelle Teil (Kapitel 5) befasst sich mit „realen“ Geruchsgemischen (Gerüche aus Bauprodukt-Emissionen in Emissionskammern). Da sich die Bauprodukte im realen Aufbau überwiegend in einer Kombination befinden, wird hierzu ebenfalls ein Experiment durchgeführt (Kapitel 6), um herauszufinden, in wie weit sich sensorische Größen einer Emissionskammeruntersuchung von einem fast realen Raum unterscheiden. Nach diesen Experimenten werden im Kapitel 7 die Ergebnisse der Einzelstoff- mit den der Geruchsgemischuntersuchungen verglichen und die Entwicklung zweier Modelle (als Zusammenhang der empfundenen Intensität, der Hedonik und der Akzeptanz) - eines für Einzelstoffe und das zweite für Geruchsgemische (Bauprodukte) - präsentiert. Diese zwei, aus gesammelten Daten entwickelten Umrechnungsmodelle ermöglichen anhand der Hedonik und der empfundenen Intensität einer kleinen Probandengruppe die Abschätzung der Akzeptanz/des PD-Wertes. Im letzten Schritt wird eins dieser Modelle (Geruchsgemisch-Modell) mithilfe unabhängiger Daten, die nicht in den Experimenten in dieser Arbeit gewonnen wurden, überprüft (Teil 7.3 im Kapitel 7). Mithilfe des Geruchsgemisch-Modells kann eine gute Abschätzung des erwarteten Akzeptanzbereiches für Bauprodukte erzielt werden, jedoch ist dieses Modell nur bedingt für den Einsatz bei den Raumluftuntersuchungen geeignet. Es besteht ein Bedarf an weiterer Forschung zur Optimierung des Modells für den Fall, dass die Probeluft nicht nur durch Geruchsgemische aus den Bauprodukten, sondern zusätzlich z.B. durch menschliche Ausdünstungen, Einrichtungsgegenstände oder Nahrungsmittel belastet ist.

Autorinnen und Autoren

Autorinnen und Autoren

Panaskova, Jana

Gutachterinnen und Gutachter

Müller, Dirk

Identifikationsnummern

  • URN: urn:nbn:de:hbz:82-opus-45289
  • REPORT NUMBER: RWTH-CONV-143713