HOffEn - Home-Office und Energiewende: Veränderungen durch mobiles Arbeiten und Chancen für die Transformation des Energiesystems

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Die aktuelle COVID-19-Pandemiesituation hat in der Arbeitswelt wie auch im privaten Bereich das mobile Arbeiten und die Nutzung von WebMeeting-Tools erforderlich gemacht. Dies wird voraussichtlich auch nach der Pandemie zu einer deutlich häufigeren Verlagerung des Arbeitsplatzes aus der klassischen Arbeitsumgebung ins Home-Office führen. Dies wünscht sich auch ein Großteil der Beschäftigten, die im Rahmen der Pandemie Erfahrungen mit Home-Office gemacht haben - wobei die meisten ein Modell bevorzugen, bei dem sie einige Tage die Woche im Büro und einige zuhause arbeiten.

 

Durch die Verlagerung ins Home-Office wird ein Einfluss auf den Energieverbrauch insbesondere in den vier Teilbereichen Strom, Mobilität, Heizung und sonstiger Konsum erwartet, welche laut Umweltbundesamt zusammen einen Anteil von mehr als drei Viertel des Treibhausgasausstoßes deutscher Durchschnittsbürger*innen haben.

Die Zielhierarchie der Energiewende umfasst laut BMWK auf der Steuerungsebene die Hauptbereiche erneuerbare Energien (in den Bereichen Strom, Wärme, Verkehr) sowie Reduktionsziele (ebenfalls untergliedert in Strom, Wärme, Verkehr). Im vorliegenden Vorhaben werden hiervon vorwiegend die Reduktionsziele sowie die bei Effizienzsteigerungen drohenden Rebound-Effekte adressiert. Im Rahmen des Vorhabens sollen die folgenden zentralen Ziele erreicht werden:

  1. Analyse der Auswirkungen des Wechsels von der klassischen Arbeitsumgebung ins Home-Office auf den Energieverbrauch in den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr.

  2. Feststellung, unter welchen Randbedingungen dieser Wechsel für die Ziele der Energiewende und insbesondere die Reduktion des Energieverbrauchs genutzt werden kann.

  3. Empfehlungen für Praxisakteure (Einzelpersonen, Unternehmen, Politik), um ihr Verhalten entsprechend eines optimalen Beitrags zur Energiewende zu ändern.

 

Zur Erreichung dieser Ziele werden zunächst für die Bereiche „Digitale Infrastruktur/Strom“, „Gebäude“ und „Mobilität“ die Veränderungen des Energieverbrauchs auf Basis von Modellen zur Bestimmung von Energieeinsparpotentialen abgeschätzt. In diese Modelle fließen neben Literaturergebnissen insbesondere die Ergebnisse von qualitativen und quantitativen Erhebungen in verschiedenen Unternehmen (insbesondere bei E.ON, Panasonic R&D Center Germany) ein, um sowohl auf Mitarbeiter*innenebene als auch auf Ebene der Geschäftsführung Erkenntnisse zum geänderten Nutzerverhalten in der Gesellschaft und zu möglichen Beiträgen zur Umsetzung der Energiewende zu erfassen. Vertiefend werden im Vorhaben energetische Rebound-Effekte untersucht, die sich im Zuge der Effizienzmaßnahmen in den drei Teilbereichen ergeben können. Für die Frage der Ausweitung von mobilem Arbeiten ist eine zentrale Frage die Akzeptanz dieser Arbeitsform sowie deren Wirkung im nicht-energetischen Bereich. Deshalb stellt ein weiterer Schwerpunkt die Analyse von Effekten auf Gesundheit, Akzeptanz und Produktivität der neuen Arbeitsformen Home-Office und mobiles Arbeiten dar.

 

In einem nächsten Schritt erfolgt auf Basis der Ergebnisse der drei Teilbereiche und der beiden Schwerpunktthemen eine Gesamtbewertung. Dazu werden die Teilmodelle zu einem Gesamtmodell zusammengefasst. Für unterschiedliche Szenarien (abhängig von Unternehmensgröße, Anteil der Mitarbeiter*innen mit Home-Office-Möglichkeit, Pendeldistanzen, Mobilitätsinfrastruktur der Region, etc.) werden mittels eines vereinfachten Berechnungstools Simulationsrechnungen durchgeführt. Auf Basis dieser Berechnungen soll auch die Auswirkung von mobilen Arbeitsweisen für die Energiewende insgesamt abgeschätzt werden, indem Auswirkungen auf einzelne Sektoren (beispielsweise Veränderung der Lastgänge), zwischen Sektoren (beispielsweise Verlagerung vom Mobilitäts- in den Wärmesektor) und die damit verbundene Energieträgerwahl betrachtet werden.

 

Aus den gewonnenen Ergebnissen werden abschließend Handlungsempfehlungen für Unternehmen sowie für politische Akteure zur Optimierung des Home-Office-Anteils, der Anpassung von Büroflächen und Arbeitsplätzen, der Steuerung von Heizung und Kühlung, der Schulung von Beschäftigten sowie zu neuen Wohnflächenbedarfen abgeleitet. So soll durch diese fundamentale Änderung der Arbeitssituation ein maximaler Beitrag zur Energiewende geleistet werden, ohne die Gesundheit und Produktivität der Arbeitnehmer*innen zu beeinträchtigen.

 

Projektinformationen und Partner

Laufzeit: 2,5 Jahre

Start: 10/2021

Ende: 03/2024

Partner: ​E3D - Lehrstuhl für Energieeffizientes Bauen; HLS - Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin, LuF Healthy Living Spaces, Universitätsklinikum RWTH Aachen; IÖW - Institut für ökologische Wirtschaftsforschung gGmbH; E.ON Group Innovation GmbH (Assoziierter Partner); Panasonic R&D Center Germany GmbH (Assoziierter Partner)

Fördergeber: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) Förderkennzeichen: 03EI5228A

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